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Reisebericht über Andalusien - Maurische Baukunst und Pueblos Blancos



>2 Wochen im Mai 1999 ein Reisebericht von Anke Schlingemann und Detlef Hälker<

Provinz Malaga/Costa del Sol: Malaga - Marbella - Cuevas de Nerja - Ronda - Cueva de la Pileta
Provinz Almeria/Costa del Almeria: San Jose - Morales - Playa de Monsul - Sierra de Alhamilla - Tabernas
Provinz Granada: Kastell Lacalahorra - Guadix - Granada - Alhambra
Provinz Cádiz/ Costa de la Luz: Cádiz - Jerez - Algeciras - San Fernando - Puerto de Santa Maria
Provinz Cordoba
Provinz Sevilla
Affenfelsen und Gibraltar



Provinz Malaga / Costa del Sol

Wir fliegen nach Malaga und nehmen unseren Mietwagen (glücklicherweise ein Kleinwagen) in Empfang. Unser erstes Ziel ist der Ort Nerja an der Costa del Sol. Costa del Sol In der Altstadt finden wir ein kleine, einfache Pension. Obwohl die Andalusier sehr schnell sprechen und der starke Dialekt nur schwer zu verstehen ist, reichen Ankes rudimentäre Spanischkenntnisse glücklicherweise aus, um eine Unterkunft zu finden und das Nötigste zu besorgen. Mit Englisch kommt man hier leider nicht weiter.

Abends bummeln wir noch etwas durch die kleine Stadt. Der Balcon de Europa, eine Flaniermeile mit Aussichtsterrasse, liegt auf einer in das Meer vorstoßende Felsnase und bietet (am Tage) sicherlich einen schönen Ausblick.



Cuevas de NerjaAm nächsten Morgen fahren wir direkt zu den Cuevas de Nerja. Die 3 km lange Höhle mit Tropfsteingebilden, wurde erst in den 50er Jahren durch einen Zufall von spielenden Kindern entdeckt. Inzwischen ist sie hervorragend erschlossen und 800 m sind zugänglich. Begleitet von dezenter klassischer Musik durchwandern wir die 60 m hohe Höhle auf eigene Faust und bewundern die bizarren Tropfsteingebilde – für uns ein schönes Erlebnis. Im Höhlensaal finden regelmäßig Konzerte statt.

Auf der Weiterfahrt haben wir noch ein paar sehr schöne Ausblicke auf die felsige Küste der Costa del Sol. Etwas abseits des Massentourismus rund um Malaga findet man hier noch einsam gelegene Badebuchten.

SalobrenaSchon von weitem ist Salobrena, eine pittoreske "weiße Stadt", die auf einem Berg direkt am Meer liegt, zu erkennen. Der alte Stadtkern mit einer Burg ist gut erhalten. Wir laufen durch die engen, mit Blumen geschmückten Gassen und genießen den schönen Ausblick.




RondaWir fahren zurück ins Landesinnere. Über hohe Gebirgsstraßen und viele Serpentinen erreichen wir unser nächstes Ziel. Ronda, das bekannteste "weiße Städtchen" Spaniens, liegt auf einem Felsplateau, die Alt- und die Neustadt wird von der 160 m tiefen El Tajo-Schlucht geteilt. 42 Jahre Bauzeit waren erforderlich, um eine Brücke über die Schlucht zu bauen. Die Puente Nuevo wurde früher ebenfalls als Gefängnis genutzt. Der malerisch gelegene Parador hat leider kein Zimmer mehr frei, dafür finden wir ein nettes kleines Hotel in der Altstadt. Abends speisen wir in einer kleinen Pizzeria mit direktem Blick auf die tolle Brücke.

In Ronda gibt es ebenfalls einige arabische Relikte zu sehen. So beispielsweise die Puente Romano und die Reste der arabischen Bäder. Die Kirche Santa Maria la Mayor ersetzte die Moschee, doch das Minarett blieb erhalten und bekam einen Glockenstuhl aufgesetzt.

Auch die Stierkampfarena - Plaza de Toros - ist sehr sehenswert. Die schönste und älteste Arena Spaniens (1785) war Vorbild für viele andere.

Ganz in der Nähe von Ronda wurde 1905 von einem Bauern die Cueva de la Pileta, eine riesige Wohnhöhle mit Skeletten und Malereien entdeckt. Die Darstellungen von Fischen, Hirschen, Wölfen und Pferden in der Haupthöhle beweisen, dass hier bereits in der Steinzeit, 20.000 vor Christus, Menschen lebten.

Langsam neigt sich unser zweiwöchiger Urlaub dem Ende zu, so dass wir zurück nach Malaga müssen. Die letzte Nacht wollen wir eigentlich in der Nähe von Marbella verbringen, finden jedoch kein Quartier. Die meisten Hotels sind von Pauschaltouristen, die mit dem Bus angekarrt werden, übervölkert. Also fahren wir nach Marbella rein. Im Zentrum finden wir ein einfaches Hotel. Abends machen wir noch einen kleinen Bummel entlang der Strandpromenade und lassen unseren Urlaub ausklingen. Dieser Ort mit dem wohl klingenden Namen gefällt uns überhaupt nicht. Zugebaut mit reichlich Nachkriegs-Hochhäusern kommt kein Charme auf.




Provinz Almeria / Costa del Almeria

Parque Natural Cabo de Gata-NijarWeiter geht es zur Costa del Almeria, an der Provinzhauptstadt Almeria fahren wir jedoch vorbei.

Unser Ziel ist der Parque Natural Cabo de Gata-Nijar, der mit 60 km unberührtem Strand den größten naturbelassenen Küstenstreifen Spaniens darstellt. In der urtümlichen Dünenlandschaft mit einsamen Sandbuchten findet man hier einen schönen Ort um die Seele baumeln zu lassen.

In San Jose beziehen wir unser Quartier. Auf unserer Erkundung der näheren Umgebung stoßen wir auf die Überreste einer alten, ausgedienten Windmühle, die aus der kargen Landschaft heraus ragt.

Playa Monsul Mit dem Auto fahren wir nach Morales und erreichen über eine Schotterpiste die beiden wunderschönen Strände Playa de Monsul und Playa de los Genoveses. Bei einem kleinen Picknick genießen wir das wunderschöne Panorama der Steilküste, die von herrlichen, einsamen Badebuchten unterbrochen wird. Abgesehen von einigen Kakteenfeldern ist die Landschaft ansonsten hier ebenfalls sehr karg.





Provinz Granada

Unser nächstes Ziel ist Guadix. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch die Sierra de Alhamilla, Europas einzige Wüste. In der regenärmsten Gegend Europas beträgt der Niederschlag keine 150 mm/Jahr. Die Wüste bot ideale Bedingungen für die Filmindustrie, viele Italo-Western-Filme wurden hier gedreht. In Tabernas besichtigen wir eine kleine Westernstadt – natürlich mit echter Westernshow, die aber ein eher klägliches Niveau hat.

La CallahorraEinige Kilometer vor Guadix fahren wir an der Renaissanceburg Lacalahorra vorbei, eine gut erhaltene Burganlage, die auf einem Berg thront. Guadix

Guadix ist bekannt durch seine Höhlenwohnungen, die in den porösen Tuffstein hinein gehauen wurden. Das Troglodytenviertel Barrio de Cuevas ist zu besichtigen. Noch heute sind einige Wohnhöhlen, die häufig mehrere in den porösen Kalkstein gegrabene Kammern umfassen, bewohnt. Eine freundliche Bewohnerin bittet uns zu sich hinein. Inzwischen sind die Höhlen mit Strom ausgestattet, doch der natürliche Kühlschrank wird immer noch benutzt und gekocht wird über dem offenen Feuer unterhalb des Kamins. Die Wohnungen haben eine natürliche Klimaanlage und sind Im Sommer angenehm kühl und im Winter wohltuend warm.

Unser nächstes Ziel ist Granada. Wir beginnen unseren Rundgang am belebten Plaza Nuevo, gehen an der Kirche Santa Ana vorbei am Fluss Carrera del Darro entlang und erreichen El Banuelo, die Überreste arabischer Bäder aus dem 11. Jh. Ein seltenes Relikt, denn in den Augen der Christen waren sie unsittlich wie Bordelle und wurden zerstört. Im nahen Casa del Castril, ein Adelspalast aus dem 16. Jh., befindet sich das Archäologische Museum – sehenswert ist besonders die Fassade und der Portalschmuck.

Weiter geht es nun bergauf. Auf einem der drei Bergrücken gegenüber der Alhambra liegt Albaicin, das älteste Stadtviertel Granadas, das von der UNESCO ebenfalls zum Kulturgut erklärt wurde. Wir schlendern durch die verwinkelten, pittoresken Gassen zwischen den überwiegend weiß getünchten Häusern des dörflich anmutenden maurischen Viertels und genießen den schönen Ausblick auf die Alhambra.

Auch ein Besuch des Höhlenviertels Sacromonte, das auf dem dritten Hügel der Stadt thront, lohnt sich. Ähnlich wie in Guadix findet man hier in den Tuffstein gehauene Höhlenwohnungen.

Kathedrale
Von den Hügeln hat man ebenfalls einen sehr schönen Ausblick auf die Kathedrale, die sich wuchtig aus dem Stadtbild heraus hebt, dahinter liegt der Gebirgszug der Sierra Nevada. Der mächtige Renaissancebau mit Barockfassade wurde fast 2 Jh. (1523 – 1703) gebaut. Besonders sehenswert ist die Capilla Real, die Grabkapelle der katholischen Könige.

Andalusien ist u.a. berühmt für ihre einzigartige maurische Pracht. Über Jahrhunderte haben drei Kulturkreise das Land geprägt. Islamisten, Juden und Christen lebten bis zur Reconquista (Rückeroberung) friedlich nebeneinander. Die Mauren haben in ihrer 750 jährigen Herrschaft eindrucksvolle Werke ihrer Baukunst in Andalusien hinterlassen, zu den berühmtesten gehören die Moschee von Cordoba, die Alhambra von Granada sowie die Giralda in Sevilla. Auch perfekte Bewässerungsanlagen, die das Land in einen blühenden Garten verwandelten, sind den Mauren zu verdanken.

Mit Beginn der maurischen Herrschaft wurde in Granada 1238 die Alcazaba, eine alte Berber-Burg aus dem 9. Jh., zur königlichen Residenz ausgebaut. Aus eisenhaltigen Tonziegeln, die in der Sonne Rot (al hambra = die Rote) leuchten, wurde eine 4 km langen Festungsmauer mit vielen Toren angelegt und ein einzigartiges islamisches Kulturdenkmal auf europäischem Boden geschaffen. Die Alhambra ist die am besten erhaltene Burg der islamischen Welt und wurde von der Alhambra, LöwenhofUNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Alhambra, Myrtenhof

Vom Plaza Nueva gelangt man über die Cuesta de Gomerez steil bergauf zur Roten Burg. Das Herz der Alhambra ist der als Nasriden-Palast bekannte Fürstenpalast. Für die Besichtigung der riesigen Anlage und den wunderschönen Gartenanlagen sollte man sich Zeit nehmen.

Sehr gut gefällt uns der Löwenhof mit seinen 124 Marmorsäulen mit filigranen Arkaden und seinem namengebenden Brunnen in der Mitte. Zwölf Löwen aus schwarzem Marmor, die die zwölf Sonnen des Tierkreises (die Monate) symbolisieren, tragen auf ihren Rücken eine mächtige zwölfeckige Wasserschale.

Besonders schön ist ebenfalls der vergleichsweise schlichte Myrtenhof.
Die Gartenanlage ist sehr gepflegt und wird auch heute noch von den maurischen Bewässerungssysteme versorgt. Meterhohe Hecken umschließen säulenumrandete Patios und unzählige Zierbrunnen.




Provinz Cadiz / Costa de la Luz

Nach so viel Kultur zieht es uns in die Natur. Wir fahren weiter an die Costa de la Luz, die Küste der kräftigen Atlantik-Brisen und der weitesten Naturstrände Südeuropas. Aufgrund der Gezeiten ist das Wasser sauber. Die Region ist touristisch noch relativ unberührt.

Am Mündungsufer des Guadalquivir liegt das kleine Fischerdorf Chipiona. Unübersehbar ist der Leuchtturm, der noch aus der Römerzeit stammt. Chipiona ist auch das Zentrum eines weiten Gemüse- und Weinanbaugebietes.

Jerez de la FronteraNur wenige Kilometer entfernt liegt, im fruchtbaren Guadalquivir-Becken, Jerez de la Frontera, bekannt durch seinen Sherry. Hier nehmen wir an einer sehr interessanten Führung durch die Bodega Gonzales Byass teil. Unser anschließender Stadtbummel führt uns vorbei an der Alcazar, die fünfschiffige Stiftskirche San Salvador, das alte Rathaus und die Kirche San Miguel. Mit einem Besuch der Markthalle, die allerdings schon wieder blank geputzt ist, schließen wir unseren Besuch ab.

Ein weiteres Markenzeichen Andalusiens sind die zwischen Cadiz und Granada gelegenen "pueblos blancos" (weiße Dörfer). In den bergigen Regionen bauten die armen Landbewohner früher ihre Häuser mit 90 cm dicken Mauern aus Lehm und Stein. Zur Erhaltung mussten die Wände jährlich mindestens zweimal mit Naturkalkfarbe geweißelt werden. Meist sind die Dörfer an einen Berg oder Hügel angelehnt und dadurch schon aus der Ferne zu sehen sind. Die Anfahrt führt über viele Serpentinenstraßen und bietet malerische Ausblicke.

Arcos de la Frontera Unser nächstes Ziel ist Arcos de la Frontera, ein pueblo blanco, das auf einem schroffen, steil abfallenden Felsen liegt. Die gut erhaltene Burg der Duques de Arcos ist schon von weitem zu sehen. Hier besichtigen wir die Kirchen Santa Maria und San Pedro und schlendern durch die Altstadtgassen.

Das Nachtquartier beziehen wir in Vejer de la Frontera. Der Ort liegt 218 m hoch auf einem Felssockel und gilt als eins der schönsten pueblo blancos. Wir haben Glück und bekommen noch ein Zimmer im Hotel Hospederia Convento de San Francisco, ein ehemaliges Franziskanerkloster. Schön ist auch der Plaza de Espana, der einst als Stierkampfarena diente, in dessen Mitte steht ein schöner Brunnen. Auf der wunderschönen Aussichtsterrasse genießen wir den tollen Blick bei einem kleinen Picknick.

Cadiz, MarkthalleAm nächsten Morgen geht es wieder zurück an die Küste. Zunächst besichtigen wir die Provinzhauptstadt Cadiz - übrigens die älteste Stadt Europas. In der Altstadt gibt es eine Menge schöner Gebäude. Wir besichtigen zunächst die klassizistische Catedral Nueva, die eine Zweiturm-Fassade hat und mit einer goldschimmernden Kuppel ausgestattet ist. Die rege Atmosphäre in der Markthalle verleitet uns dazu, frischen Jamon (luftgetrockneter Bergschinken) und eine Honigmelone zu kaufen. Ebenfalls erstehen wir auch eine Flasche Sherry für unser abendliches Picknick. Sehr gut gefällt uns die Fassade der Iglesia del Carmen im barocken Kolonialstil. Durch die schönen Anlagen des Parque Genoves mit spiralförmig geschnittenen Sträuchern, gehen wir zurück. Vom sternförmig angelegten Castillo de San Sebastian bekommen wir leider nichts zu sehen.

Jerez In dem kleinen Fischerdorf Conil de la Frontera suchen wir uns eine Unterkunft in einer kleinen Pension direkt am Strand. Hier verspeisen wir erst einmal unsere Einkäufe, bevor wir einen ausgedehnten Spaziergang entlang des breiten Sandstrandes machen und dabei fast vom Winde verweht werden. Auch dem kleinen Yachthafen statten wir einen Besuch ab. Abends dinieren wir in einem kleinen Restaurant direkt am Strand.

Als nächstes fahren wir zu Spaniens südlichstem Ort, der an der schmalsten Stelle (Luftlinie 10 km zu Afrika) der Straße von Gibraltar liegt und an zwei Meere grenzt. Tarifa - der gleichsam windigste Ort Europas ist auch bekannt als Surfer-Paradies. Leider ist die Sicht heute nicht so gut, ansonsten hätten wir Afrika sehen können. Im Hafen liegen einige Fischerboote. Direkt am Ufer liegt auch das protzige Castillo, das jedoch nicht zu besichtigen ist.




Provinz Cordoba

CordobaDie maurischen Spuren wollen wir weiter verfolgen und fahren als nächstes nach Cordoba. Die Kathedrale in Mezquita ragt schon von weitem sichtbar aus dem Stadtbild heraus. Direkt neben der Mezquita finden wir ein kleines Hotel, ein idealer Ausgangspunkt zur Erkundung der Stadt.

Die 179 m lange und 128 m breite Mezquita wird von einer 10 m hohen zinnbewehrten Mauer umgeben und macht von außen einen eher schlichten, festungsähnlichen Eindruck. DMezquitaer Glockenturm, in dessen Innerem sich das Minarett der Moschee verbirgt, steht direkt neben dem Eingangstor. Durch die Puerta del Perdon gelangen wir in den von einer zinnengekrönten Mauer eingerahmten großen Patio de los Naranjos, in dem Orangenbäume Schatten spenden.

Im Inneren der fast tausendjährigen Moschee (UNESCO Weltkulturerbe) tut sich eine überwältigende Pracht auf. Als "Wald der tausend Säulen" werden die 856 Pfeiler, die Bögen im charakteristischen rot-gelben Streifenmuster tragen, bezeichnet. Und mitten in dieses Meisterwerk hat man – 300 Jahre nach seiner Eroberung – eine christliche Kathedrale hineingestellt. Glücklicherweise wurden die maurischen Elemente der Seitenkapellen, unter anderm die mit persischen Ornamenten und Mosaiken reichlich geschmückte Mihrab (Gebetsnische) nicht entfernt.

Unmittelbar hinter der Mezquita beginnt das Judenviertel Cordobas, ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe. Hier findet man in engen Gassen sehr viele hübsche Patios, alle reichlich mit Blumen geschmückt.

Über die Puente Romano, die alte römische Steinbrücke mit 16 großen Bögen, überqueren wir den Fluss Guadalquivir. Auf der anderen Uferseite steht der zinnengekrönte Festungsturm Torre de la Calahorra, der heute ein Museum der islamischen Kultur in Spanien beinhaltet. Beispielsweise geben Modelle der wichtigsten islamischen Bauwerke auf iberischem Boden deren ursprüngliches Erscheinungsbild wieder. Die angebotene Audioführung ist sehr empfehlenswert.




Provinz Sevilla

Vorbei an endlosen Sonnenblumenfeldern fahren wir weiter nach Sevilla, mit 700.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt SevillaSpaniens. Nachdem Kolumbus 1492 von Huelva aus zur Entdeckung Amerikas aufgebrochen war, wurde Sevilla zu einer der reichsten Handelsstätte. In der Geburtsstadt Velazquez fand 1992 die EXPO statt, was sich positiv auf die Infrastruktur La Giralda ausgewirkt hat und auf der Halbinsel La Cartuja einen Funpark hinterließ.

Die größte gotische Kathedrale Santa Maria de la Sede ist mit 130 m Länge, 76 m Breite und 59 m Höhe auch die drittgrößte Kirche der Welt (nach Petersdom und der Londoner St. Pauls Cathedral). Der ursprüngliche almohadische Alcázar (erhalten blieb der Innenhof "Patio del Yeso") wurde im 14. Jh. im Mudejarstil umgebaut. Sehenswert ist der 20 m hohe Schnitzaltar in der Capilla Mayor. Im südlichen Querschiff liegt Christopher Kolumbus begraben. Beeindruckend ist auch die Sacristía Mayor mit ihrer skulpturengeschmückten Kuppel.

Wahrzeichen von Sevilla ist "La Giralda". Der mächtige, maurische knapp 100 m hohe Glockenturm (1184 als Minarett errichtet und später durch einen Renaissance-Aufbau ergänzt) überragt die Stadt und erhielt seinen Namen von dem 4 m hohe Bronzeengel, der sich im Wind dreht. Von der Terrasse des Turms hat man in 70 m Höhe einen schönen Ausblick auf die Stadt und den Guadalquivir. Der Aufgang ist stufenlos, da man früher auch mit Pferden nach oben ritt.

KathedraleAm Plaza del Triunfo liegt der Alcazar del Roy Petro, der auf den ersten Blick sehr stark der Alhambra in Granada ähnelt. Durch die Puerta del Leon betreten wir den ebenfalls reich verzierten königlichen Palast und gelangen in den Patio del Leon.

Bemerkenswert ist die schöne Decke im Sala de la Justicia. Gut gefällt uns auch der mit reichen Mosaiken verzierte Patio de las Doncellas, der von doppelstöckigen Arkaden umgeben wird. Vom Obergeschoss der Alcazar hat man einen guten Überblick auf die wunderschöne Gartenanlage. Palmen, Zitrusbäume und Zypressen bieten Schatten und Mosaik-verzierte Bänke laden zum Ausruhen ein. In der Mitte der Anlage befindet steht der Pavillon Karls V., ein hübscher überkuppelter Säulengang im Renaissance-Stil.

Das Altstadtviertel Barrio Santa Cruz schließt sich nördlich an die Alcazar-Gärten an. Das ehemalige Judenviertel besticht durch wunderschöne Patios (Innenhöfe), verwinkelten, blumengeschmückte Gassen und Palästen mit schmiedeeisernen Gittern.

Auf dem Weg zum Stadtpark kommen wir am *****Hotel Alfonso XIII. vorbei. Auch wenn dieses Luxushotel leider unser Reisebudget übersteigt, verpassen wir nicht, uns das Luxushotel, das in einem prunkvollen andalusischen Palast liegt, (zumindest von außen) anzusehen. Ganz in der Nähe liegt der Palacio de San Telmo mit seinem reich verzierten Portal.

Wir erreichen den Parque de Maria Luisa, der 1929 zur iberoamerikanischen Ausstellung angelegt wurde. Es macht Spaß über die breiten Alleen und Spazierwege mit vielen Springbrunnen und Statuen zu schlendern und auf einer Parkbank eine Siesta zu machen. Mitten im Park liegt der wunderschöne,Parque de Maria Luisa halbkreisförmige Plaza de Espana mit dem spanischen Pavillon im arabisch-andalusischen Stil.

MalagaBesonders schön ist die Treppe des Palastes, eine Komposition aus Renaissance-, Barock- und Mudejarstil. Auf dem Sockel des Gebäudes sind die 52 spanischen Provinzen auf wunderschönen Kachelbänken dargestellt.

Im Park liegt ebenfalls in einem Neorenaissancebau das Archäologische Museum sowie in einem Neomudejarbau das Volkskunstmuseum.

Am Ufer des Guadalquivir liegt die Plaza de Toros de la Maestranza, die als eine der schönsten und ältesten Stierkampfarenen gilt.

Das zweite Wahrzeichen der Torre de Oro, der 1220 errichtete zwölfeckige "Goldturm", dessen Dach früher mit vergoldeten Kacheln bedeckt war und der zur Kontrolle des Schiffsverkehrs diente.

Bodega La movida – das Nachtleben spielt sich hauptsächlich an der Uferstraße zwischen Alameda und El Arenal ab. Ein Besuch in der ältesten Bodega Sevillas lohnt sich. Die Bodega Morales liegt in der Calle Garci Vinuesa. Seit 140 Jahren schenkt man hier Sherry und Wein vom Fass aus. Umgeben von alten Fässern sitzt man an einfachen Tischen in dem karg möblierten Raum. Man sollte nicht verpassen, die erstaunliche Vielfalt an Tapas zu kosten, diese sind perfekt geeignet für eine kleine Zwischenmalzeit bei einem Gläschen Wein.




Gibraltar

Natürlich wollen wir nicht verpassen, dem weltberühmten "Affenfelsen" einen Besuch abzustatten. Schon von weitem ist der über 400 m hohe Felsen der Halbinsel Gibraltar zu sehen. Die Einreise in das britisch besetzte Gebiet ist unproblematisch. Bevor man die Halbinsel erreicht, überquert man zunächst ein breites Flugfeld. Die Landebahn musste aus Platzgründen ins Meer hinaus verlängert werden. Wir fahren die Serpentinenstraße entlang (es gilt übrigens Rechtsverkehr!) und genießen ein paar schöne Ausblicke.

Schnell stellt sich heraus, dass die 6 qkm große Halbinsel am südlichsten Zipfel Europas eine Vielzahl an Tagestouristen anzieht. Gibraltar scheint hauptsächlich vom Tourismus (zollfreier Einkauf!) zu leben, was auch in den kleinen Gassen schnell deutlich wird. Uns schreckt dass eher ab, so dass wir unseren Aufenthalt abbrechen. Dass der besetzte Felsen ein politischer Dorn im Auge der stolzen Spanier ist, bekommen wir bei der Ausreise zu spüren. Eine ausgedehnte Passkontrolle lässt uns fast ein einhalb Stunden in der Autoschlange warten


© Anke Schlingemann und Detlef Hälker


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